July 9, 2026

Musik-Streaming boomt heutzutage. Es lässt Sie Ihre Lieblings-Audio- oder Videoinhalte rund um die Uhr auf jedem Gerät genießen.
Kaum jemand nutzt heute noch etwas anderes als Streaming-Plattformen wie Spotify oder Amazon Music. Deshalb schauen wir uns beide Plattformen heute genauer an. Starten wir also ein Duell zwischen Amazon Music und Spotify.
Bevor wir Spotify und Amazon Music im Detail vergleichen, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Beginnen wir mit der Geschichte von Spotify.

Spotify wurde 2006 in Stockholm gegründet, von Daniel Ek und Martin Lorentzon. Der Legende nach hat Daniel Ek den Namensvorschlag von Martin Lorentzon zunächst falsch verstanden. Später kamen beide auf die Etymologie: eine Kombination aus den englischen Wörtern "spot" und "identify".
Die Plattform bietet Musik und Podcasts als Freemium-Dienst an. Die Sammlung umfasst über 80 Millionen Titel, und sie wächst ständig weiter.
Die Basisfunktionen sind kostenlos, mit Werbung und begrenzter Personalisierung. Ein Abo schaltet zusätzliche Funktionen frei: Offline-Hören, werbefreies Hören, und eine bessere Personalisierung basierend auf Ihrem Hörverhalten.
Mehr dazu in unserem Artikel zu Spotify Free vs Spotify Premium.

Amazon Music, früher Amazon MP3 genannt, ist eine Musik-Streaming-Plattform und ein Online-Musikshop von Amazon. Der Dienst startete am 25. September 2007 in einer öffentlichen Betaphase.
Im Januar 2008 war Amazon Music der erste Musikshop, der Musik ohne digitales Rechtemanagement (DRM) verkaufte. Das galt für alle vier großen Musiklabels, EMI, Universal, Warner und Sony BMG, sowie für viele unabhängige Künstler.
Ursprünglich verkaufte Amazon alle Titel im MP3-Format mit 256 Kbit/s, ohne Wasserzeichen oder DRM. Das hat sich inzwischen etwas geändert, einige Titel tragen heute ein Wasserzeichen.
Wegen bestehender Lizenzvereinbarungen ist Amazon Music nur in bestimmten Ländern verfügbar: den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Japan, Italien, Spanien, Mexiko, Kanada und Brasilien. Nutzer in vielen kleineren europäischen Ländern, fast ganz Asien und Südamerika haben bisher keinen Zugang.
Um die beiden Apps zu vergleichen, schauen wir uns an, was sie unterscheidet, welche Funktionen am interessantesten sind, und welche Möglichkeiten sie bieten.
Spotifys Stärke liegt in der Musikentdeckung. "Discovery Weekly" und "Created For You" sind die beliebtesten Funktionen: Wiedergabelisten, die ein fortschrittlicher Algorithmus auf Basis Ihres Geschmacks erstellt.
Zusätzlich versendet Spotify freitags eine zweistündige "Release Radar"-Wiedergabeliste. Sie enthält neue Songs Ihrer Lieblingskünstler und Remixe bekannter Hits.
Amazon Music hat eine ähnliche Funktion namens Music Experts. Ihr Algorithmus ist allerdings weniger intelligent und intuitiv als der von Spotify.
Spotify punktet auch bei sozialen Funktionen. Mit Spotify können Sie:
Der Amazon Music Player ist in die Streaming-Dienste Prime und Unlimited sowie in einen Musikshop integriert. Sie können Musik über Webbrowser, mobile Apps, Desktop-Apps, oder Geräte wie Bose und Sonos abspielen.
Mit dem Basiskonto erhalten Sie 250 Songs kostenlosen Speicherplatz. Musik, die Sie im Shop gekauft haben, zählt nicht gegen dieses Limit.
Einmal gespeicherte Musik können Sie über die App auf jedes Android-, iOS- oder Desktop-Gerät herunterladen. Der Katalog steht über den Amazon.com Webplayer oder die Player-App zur Verfügung, unter anderem auf macOS, iOS, Windows, Android, FireOS, Alexa-Geräten sowie einigen Autos und Smart-TVs.
Amazon Prime-Mitglieder können ihre Konten konsolidieren, um kostenlosen Zugang zur Musik zu erhalten. Ganz kostenlos ist das allerdings nicht, denn Amazon Prime selbst kostet Geld.
Die Amazon Music App hat einen integrierten Alexa-Sprachassistenten. Das heißt, Sie können alle Musiksteuerungen per Sprachbefehl ausführen.
Amazon Music bietet außerdem eine X-Ray-Lyrics-Funktion. Sie können damit während des Abspielens durch Songtexte scrollen, ähnlich wie bei Karaoke.
Spotify hat weiterhin einen klaren Vorteil bei seinen Musikalgorithmen. "Discover Weekly" hilft Ihnen, neue Titel zu entdecken, die zu Ihrem Geschmack passen.
Zusätzlich können Sie bei Spotify:
Gehen wir näher auf die Abonnementpläne ein.
Beide Plattformen bieten kostenlose und kostenpflichtige Pläne. Die kostenlosen Tarife haben einige Gemeinsamkeiten:
Spotify hat hier einen Vorteil: Der kostenlose Plan gewährt vollen Zugriff auf die gesamte Bibliothek. Amazon Music beschränkt den kostenlosen Zugang auf die stärksten Wiedergabelisten und Amazon-Musiksender.
Spotify bietet außerdem On-Demand-Wiedergabe in der Desktop-App und im Webplayer, ein Vorteil für kostenlose Nutzer. Amazon Music-Nutzer im kostenlosen Tarif müssen sich mit Zufallswiedergabe begnügen.
Spotify bietet außerdem vier Optionen zur Audioqualität. Bei Amazon Music gibt es solche Einstellungen im kostenlosen Tarif nicht.
Mit Spotify Premium und Amazon Music Unlimited erhalten Sie Zugriff auf über 90 Millionen Songs, ohne Werbung, mit unbegrenztem Überspringen und Offline-Streaming.
Spotify Premium kostet 9,99 $ pro Monat und bietet Songs mit 320 kbps, deutlich klarer als der Standardton mit etwa 160 kb/s.
Amazon Music Unlimited kostet 9,99 $ pro Monat ohne Prime, oder 8,99 $ pro Monat (89,99 $ pro Jahr) mit Prime-Mitgliedschaft. Nutzer mit Amazon Echo Studio-Geräten erhalten zusätzlich eine Auswahl an 3D-Audio-Soundtracks in Dolby Atmos und Sony 360 Reality Audio.
Amazon Music Unlimited-Abonnenten können außerdem streamen:
Beide Dienste bieten eine einmonatige Testphase.
Spotify: 9,99 $ pro Monat (bis zu 320 kb/s)
Amazon Music: 9,99 $ pro Monat, oder 8,99 $ für Prime-Mitglieder (bis zu 850 Kbps)
Beide Plattformen bieten Familientarife an, jeweils für 15,99 $ pro Monat (zuzüglich Steuern bei Amazon). Familienmitglieder unter einem Dach können bis zu 6 Konten gemeinsam nutzen.
Wie sieht es mit der Klangqualität aus? Aktuell punktet Amazon Music HD in dieser Hinsicht deutlich.
Wenn Ihnen hochwertiger Sound wichtig ist, ist Amazon Music Unlimited HD die beste Wahl. Es bietet über 60 Millionen Titel in High Definition und eine Million Titel in Ultra High Definition, die höchste verfügbare Streaming-Audioqualität.
Amazon Music HD erreicht eine durchschnittliche Bitrate von 850 kb/s. Die meisten Standard-Streaming-Dienste bieten nur Standard Definition mit bis zu 320 kb/s.
Die Audiodateien von Amazon Music HD enthalten die ursprünglichen Aufnahmeinformationen. Das ist genau, wonach audiophile Hörer suchen.

Spotify HiFi ist noch nicht verfügbar, aber der Versuch, klanglich aufzuholen, ist erwähnenswert. Spotify Platinum, so soll das neue Premium-Abo heißen, richtet sich an Nutzer, denen Musikqualität wichtig ist.
Details fehlen noch, aber ein höherer Preis ist wahrscheinlich. Dafür bekommen Sie einen Katalog im verlustfreien Format und in CD-Qualität, bei vollem Funktionsumfang inklusive Spotify Connect.
Beide Plattformen haben gigantische Sammlungen an Musiktiteln, Alben, Genres und Künstlern. Amazons Bibliothek umfasst bis zu fünfzig Millionen Titel, Spotify bis zu sechzig Millionen.
Ein wichtiger Unterschied: Bei Spotify haben Sie unabhängig vom Abo Zugriff auf die gesamte Bibliothek. Bei Amazon ist die Anzahl der Musikkanäle im kostenlosen Abo deutlich begrenzt.
Zum Abschluss fassen wir die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Plattformen zusammen.
Die Frage, was besser ist, Spotify oder Amazon Music, lässt sich nicht einfach beantworten. Beide Dienste bieten ähnliche Funktionen. Am Ende zählen Ihre eigenen Präferenzen.
Spotify passt gut für Menschen mit begrenztem Budget: Schon das kostenlose Abo bietet Zugang zur vollen Bibliothek. Spotify ist außerdem das bessere Werkzeug, um neue Titel zu entdecken und mit anderen zu teilen.
Amazon Music überzeugt dagegen mit sehr hoher Klangqualität für HD-Nutzer, einer kostenlosen Testphase von bis zu drei Monaten, und der Karaoke-artigen Songtext-Funktion. Spotify passt gut zu Menschen, die neue Musikerlebnisse und Gemeinschaft suchen. Amazon Music passt gut zu Nutzern anderer Amazon-Plattformen, denen höchste Klangqualität wichtig ist.
Niemand sagt, dass Sie sich zwischen den beiden entscheiden müssen. Die klügsten Nutzer nutzen die Vorteile beider Plattformen, zum Beispiel mit Tools wie Free Your Music, die Wiedergabelisten zwischen Plattformen übertragen. So können Sie mehrere Apps testen und selbst beurteilen, welche zu Ihnen passt, ohne Ihre Musiksammlung zu verlieren.