Wie hoch ist Drakes Vermögen? Wie verdienen Künstler Geld?

Wenn du hier gelandet bist, möchtest du wahrscheinlich wissen, wie hoch Drakes Vermögen ist. In einem seiner jüngsten Songs rappt Drake: „Bitte googelt nicht mein Vermögen, die Zahlen liegen völlig daneben.“ Wir haben trotzdem recherchiert (sorry, Drake) und herausgefunden, dass sein Vermögen auf 250 Millionen Dollar geschätzt wird. Wenn wir uns seine Musikverkäufe und geschäftlichen Aktivitäten ansehen, müssen wir ihm recht geben: Die Schätzung scheint tatsächlich ziemlich weit daneben zu liegen. Es ist durchaus möglich, dass Drakes Vermögen 2022 bei fast einer halben Milliarde Dollar liegt. Offenbar sind viele Artikel, die du über Google findest, weit von den tatsächlichen Zahlen entfernt.
Schauen wir uns an, wie viel Drake mit seiner Musik und seinen anderen Aktivitäten verdienen könnte.
Wer ist Drake?
Aubrey „Drake“ Graham ist ein kanadischer Rapper, Sänger und Songwriter. Von „Starting From the Bottom“ bis Certified Lover Boy hat Drake einen beachtlichen Weg zurückgelegt.
Er wurde am 24. Oktober 1986 geboren. Bevor er seine Musikkarriere startete, wurde er durch seine Rolle in Degrassi: The Next Generation (2001–2008) bekannt. Drake veröffentlichte 2006 sein erstes Mixtape Room for Improvement und 2009 sein zweites Mixtape So Far Gone. Anschließend unterschrieb er bei Young Money Entertainment, wo er den Großteil seiner Musikprojekte veröffentlichte.
Heute gehört er zu den beliebtesten und meistgestreamten Künstlern der Welt. Und damit verdient er ordentlich Geld.
Wie hoch wird Drakes Vermögen geschätzt?
Für 2022 wird Drakes Vermögen mit 250 Millionen Dollar angegeben. Wie bereits erwähnt, ist diese Zahl allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn sein Vermögen ist wahrscheinlich doppelt so hoch.

2019 schätzte Forbes Drakes jährliche Einnahmen vor Steuern auf 75 Millionen Dollar. Billboard wiederum schlüsselt Drakes Einnahmen für 2020 folgendermaßen auf:
Streaming: 11,7 Mio. Dollar
Verkäufe: 635.000 Dollar
Verlagsrechte: 1,9 Mio. Dollar
Tourneen: 0 Dollar
Wie du siehst, liegen die Angaben der beiden Quellen weit auseinander: 75 Millionen bei Forbes gegenüber 14 Millionen bei Billboard. Wer liegt also näher an der Wahrheit?
Wie schneidet Drakes Vermögen im Vergleich zu Jay-Z ab?
Drake wurde stark von Rap-Ikonen wie Jay-Z beeinflusst und inspiriert, der als unabhängiger Künstler erfolgreich wurde. Jay-Zs Vermögen wird 2022 auf rund 1,3 Milliarden Dollar geschätzt. Drakes Vermögen liegt damit unter dem seines Kollegen. Grund zur Klage hat er trotzdem nicht: Er gehört nach wie vor zu den bestverdienenden Rappern der Welt. Er hat mehr als 180 bedeutende Auszeichnungen gewonnen, darunter vier Grammys, und mit Dutzenden der größten Stars der Musikbranche zusammengearbeitet, darunter auch Jay-Z. 2019 führte Forbes Drake als fünftreichsten Rapper der Welt.
Wie verdient Drake sein Geld?
Drake verdient auf verschiedenen Wegen Geld: mit Streaming, Konzerten, Werbedeals und weiteren geschäftlichen Aktivitäten. Sehen wir uns die einzelnen Bereiche genauer an.
Werbedeals
Im Laufe der Jahre hat Drake für viele bekannte Marken geworben, darunter Sprite, Burger King und Apple.
Besonders interessant ist der Deal mit Apple Music. Er wurde 2015 für die beachtliche Summe von 19 Millionen Dollar abgeschlossen. Drake sollte für Apple Music werben und dem Dienst dabei gewisse Exklusivrechte einräumen: Er trat bei Beats 1 auf und bot sein Album Views zunächst ausschließlich über Apple Music zum Kauf und Streaming an. Obwohl das Album nur auf einer einzigen Streamingplattform verfügbar war, verkaufte er davon in weniger als einer Woche mehr als eine Million Exemplare. Dieser Typ scheint einfach mit allem Erfolg zu haben.
Erwähnenswert ist auch, dass Drake weltweiter Markenbotschafter der Toronto Raptors ist, eines NFL-Teams.
Eigene Unternehmen
Neben lukrativen Deals und Partnerschaften hat Drake mehrere eigene Projekte gestartet: Virginia Black, einen Whisky auf Bourbon-Basis, Better World Fragrance mit Duftkerzen und Mod Champagne. Sein Instagram-Name @champagnepapi kommt schließlich nicht von ungefähr. Als Mitgründer von 100 Thieves ist er außerdem in die E-Sport-Branche eingestiegen. Du denkst, das ist schon eine ganze Menge? Dann warte ab: Er hat auch sein eigenes Plattenlabel gegründet – Ovo Sound, dessen Vertrieb Warner Bros. übernimmt. Nachdem sein Vertrag mit Young Money ausgelaufen war, veröffentlichte er sein jüngstes Album „Certified Boy“ über sein eigenes Label.
2020 kündigten Drake und Nike ihr gemeinsames Label Nocta an, das laut dem kanadischen Rapper Kleidung herstellen sollte. Das sollte einer seiner lukrativsten Deals werden, doch bislang sind noch keine Schuhe erschienen.
Tantiemen
Kommen wir zu Musikverkäufen und Tantiemen – einem RIESIGEN und komplexen Thema.
Ein großer Teil von Drakes Einkommen stammt aus Tantiemen. Diese erhält er, wenn seine Musik auf physischen Tonträgern verkauft wird, etwa auf CDs, heruntergeladen wird, beispielsweise über iTunes, oder gestreamt wird, etwa auf Spotify oder Apple Music. Drake gehört zu den meistverkauften Musikern der Welt. Er hat mehr digitale Singles verkauft als jeder andere Künstler in der Geschichte – über 170 Millionen.

Auch Streaming-Tantiemen machen einen großen Teil von Drakes Einnahmen aus. 2021 war Drake mit über 8,6 Milliarden On-Demand-Streams der meistgestreamte Künstler auf Spotify in den USA. Spotify zahlt durchschnittlich 0,00437 Dollar pro Stream. Überschlagen wir das kurz, hätte Drake im vergangenen Jahr also über 37 Millionen Dollar verdient – auf einer einzigen Streamingplattform. Als erster Künstler überhaupt hat er die Marke von 50 Milliarden Streams auf Spotify überschritten. Das würde Tantiemen von über 218 Millionen Dollar entsprechen.
Das ist allerdings stark vereinfacht, denn Drake bekommt nicht die gesamte Summe. Plattenlabels und Vertriebe bezahlen Künstler nach individuell vereinbarten Konditionen. Sie können zwischen 50 und sogar 90 % der Musikeinnahmen einbehalten. Bei Verkäufen oder Streams erhalten Künstler üblicherweise etwa 10–20 %. Kanye West veröffentlichte einmal Dokumente, denen zufolge er 14–25 % der Streaming-Einnahmen erhielt, die an sein Label flossen.
Drake hat fast alle seine Projekte bei Young Money Cash Money Records veröffentlicht. Dessen Vertrieb läuft über Republic Music Group, die wiederum über Universal Music Group vertrieben wird. Ja, wir wissen, das klingt nach einer ziemlich undurchsichtigen Geldkonstruktion. Bei der Unterzeichnung eines Vierjahresvertrags erhielt er einen Vorschuss von 2 Millionen Dollar und die übliche Tantiemenbeteiligung von 18 %. Allerdings kam es zu einem Rechtsstreit, und es scheint, als hätte Drake womöglich nie Tantiemen von Cash Money Records erhalten. Wie verrückt ist das denn? Offenbar werden sowohl kleine unabhängige Künstler als auch große Superstars von der Musikindustrie über den Tisch gezogen.
Da überrascht es kaum, dass Drake sein neuestes Album „Certified Lover Boy“ über sein eigenes Label OVO Sound veröffentlicht hat. Da ihm die Masteraufnahmen gehören, kann er einen größeren Anteil der Tantiemen erhalten. OVO ist zwar das von Drake gegründete Label, der Vertrieb läuft allerdings über Warner Bros Records. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Vertriebsgebühr bei etwa 25 % liegen könnte. Drakes „Certified Lover Boy“ hat inzwischen die Marke von 2 Milliarden Streams auf Spotify überschritten. Wenn Drake 75 % der Tantiemen behält, hat er damit rund 5 Millionen Dollar verdient – mit nur einem Album auf einer einzigen Streamingplattform.
Immobilien, Privatjets und all das
Drakes Haus in Toronto soll rund 100 Millionen Dollar wert sein. Außerdem hat er drei benachbarte Häuser in Los Angeles gekauft, deren aktueller Wert bei 65 Millionen Dollar liegen könnte. Zwischen seinen Häusern in Toronto und Los Angeles zu pendeln, ist für ihn kein großes Problem: Drake besitzt einen Privatjet im Wert von 220 Millionen Dollar. Den bekam er kostenlos – im Gegenzug für die Aufmerksamkeit, die er der Flugzeugmarke verschaffen würde.
Tourneen und Merchandise
Bei Tourneen und Merchandise bleibt für Künstler deutlich mehr übrig: etwa 60 %, verglichen mit 10–20 % bei Musikverkäufen und Streams.
Für eine einzige große Show erhält Drake bis zu 2 Millionen Dollar. Seine „Summer Sixteen Tour“ von 2016 war mit Einnahmen von mehr als 80 Millionen Dollar die umsatzstärkste Hip-Hop-Tour aller Zeiten. Sie umfasste 54 Shows, was einem Durchschnitt von 1,5 Millionen Dollar pro Konzert entspricht. Drakes Tour Aubrey and the Three Migos spielte mit 43 Shows 79 Millionen Dollar ein. Rechnet man weitere Tourneen wie Boy Meets World und Assassination Vacation hinzu, kommen gewaltige Summen zusammen.
Drake tritt auch in Clubs auf und verlangt dafür rund 200.000 Dollar pro Stunde. Sein laufendes Engagement im XS Nightclub in Las Vegas bringt ihm 500.000 Dollar pro Show ein. Außerdem organisiert er jedes Jahr in Toronto ein Festival namens „OVO Fest“.
Wegen COVID sind Drakes Einnahmen in letzter Zeit, wie die aller Künstler, deutlich geringer ausgefallen, da Tourneen nicht möglich waren. Zwar nahm Drake 2021 an einigen Veranstaltungen teil, darunter am AstroWorld Festival 2021. Wegen der Tragödie, die sich dort ereignete, wird er nun allerdings auf 750 Millionen Dollar verklagt.
Drake kassiert kräftig ab. Was bleibt für kleinere Künstler?
Spotify und die meisten großen Plattformen verteilen Tantiemen nach dem sogenannten Pro-rata-System. Dabei fließt das gesamte Geld aus bezahlten Abos und Werbung in einen gemeinsamen Topf. Anschließend wird es anhand der jeweiligen Streamingzahlen auf die Künstler verteilt. 2021 war jeder 131. Stream auf Spotify ein Song von Drake. Drake bekommt also einen riesigen Anteil aus diesem Geldtopf. Das Geschäftsmodell der großen Streamingplattformen begünstigt Stars übermäßig auf Kosten kleinerer Künstler. Allerdings gibt es erste Verbesserungen: TIDAL hat kürzlich ein nutzerzentriertes Modell angekündigt, bei dem die Abogebühr eines Hörers ausschließlich der Musik zugutekommt, die er tatsächlich hört.
Aber kommt dieses Geld wirklich beim Künstler an?
Spotify und andere Streamingplattformen bezahlen nicht die Künstler, sondern die Rechteinhaber der Musik. Künstler besitzen die Rechte an ihrer Musik nur selten selbst: Wenn sie Verträge mit Plattenfirmen unterschreiben, geben sie ihre Musikrechte ab. Und diese Verträge sind äußerst ungünstig: Den Künstlern bleibt nur ein winziger Bruchteil der Einnahmen aus Musikverkäufen und Streaming. Dass Plattenlabels Musiker auf üble Weise ausbeuten, ist weithin bekannt.
Spotify brüstet sich damit, rund 67 % seiner Musikeinnahmen an die Rechteinhaber weiterzugeben und 5 Milliarden Dollar an die „Musikindustrie“ auszuzahlen. Das klingt großartig, bis einem klar wird, dass das Geld bei den Künstlern gar nicht ankommt. Die Einnahmen gehen an Plattenfirmen, die zugleich erhebliche Anteile an Spotify besitzen: Warner Music Group, Sony und Universal erhielten zusammen eine Beteiligung von 18 % an Spotify. Im Grunde bezahlen sie also … sich selbst, während für die Musiker die Reste bleiben.
Große wie kleine Künstler beklagen sich über die Einnahmen aus ihrer Musik. Drake hat während seiner Zeit bei Money Cash möglicherweise keine Tantiemen erhalten. Kanye lud seine Verträge mit Universal Music auf Twitter hoch und bezeichnete die Zustände in der Musikindustrie als „moderne Sklaverei“.
Der Unterschied ist, dass große Stars auf Tourneen, Merchandise und ihre Bekanntheit zurückgreifen können. Doch die meisten Künstler? Sie werden weiter darum kämpfen müssen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bis sich das System grundlegend ändert.
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